Kapitel 1.2 · Bonität verstehen
Was ist die Schufa? Einfach erklärt
Die Schufa ist ein privates Unternehmen aus Wiesbaden, keine Behörde. Sie sammelt Angaben darüber, ob Menschen Rechnungen und Kredite bezahlen, und gibt sie an Banken, Händler und andere Vertragspartner weiter. Zu mehr als 90 % der Menschen hat sie nur positive Angaben gespeichert.
Die Schufa in Zahlen
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Name | SCHUFA Holding AG, früher „Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung“ |
| Gegründet | 1927 |
| Sitz | Wiesbaden |
| Gespeicherte Personen | rund 69 Millionen |
| Gespeicherte Unternehmen | rund 6,6 Millionen |
| Vertragspartner | rund 11.000 Unternehmen |
| Nur positive Angaben | bei mehr als 90 % der Personen |
Die Schufa ist die größte Auskunftei in Deutschland, aber nicht die einzige. Daten zu Ihrer Bonität speichern auch Experian (mit infoscore und den früheren Boniversum-Daten von Creditreform) und CRIF. Jede hat ihren eigenen Datenbestand. Wie Sie dort kostenlos nachfragen: Andere Auskunfteien.
Was die Schufa über Sie speichert
- Name, Geburtsdatum und Anschriften
- Girokonten, Basiskonten und Kreditkarten
- Kredite und Kreditanfragen
- ein P-Konto, solange es besteht
- Einträge aus dem Schuldnerverzeichnis
- Verbraucherinsolvenz und Restschuldbefreiung
- unbezahlte Forderungen, die fällig, unbestritten und mehrfach gemahnt sind oder für die es ein Gerichtsurteil gibt
Die meisten dieser Angaben sind positiv. Ein Kredit, den Sie pünktlich zurückzahlen, zeigt, dass Sie zuverlässig sind.
Was die Schufa nicht speichert
- Einkommen und Vermögen
- Beruf und Arbeitgeber
- Ihr Einkaufsverhalten im Alltag
- Nationalität und Religion
- Daten aus sozialen Netzwerken
Fragt eine Bank nach Ihrem Einkommen, kommt diese Angabe von Ihnen selbst, zum Beispiel über Gehaltsabrechnungen.
Woher die Schufa ihre Daten hat
Die meisten Angaben kommen von den Vertragspartnern. Wer der Schufa Daten meldet, darf auch Daten abfragen. Das sind vor allem Banken und Sparkassen, Händler und Onlineshops, Telefon- und Handyanbieter sowie Energieversorger. Dazu kommen öffentliche Quellen wie die Schuldnerverzeichnisse der Amtsgerichte und Insolvenzbekanntmachungen.
Ein Unternehmen fragt zum Beispiel ab, wenn Sie einen Kredit, einen Handyvertrag oder einen Kauf auf Rechnung wollen. Es bekommt dann Ihren Score und die Angaben, die für den Vertrag wichtig sind.
Ihre Rechte gegenüber der Schufa
- Auskunft: Sie dürfen jederzeit kostenlos sehen, was gespeichert ist (Art. 15 DSGVO). So geht es: Schufa-Auskunft beantragen.
- Berichtigung und Löschung: Falsche Angaben muss die Schufa korrigieren oder löschen (Art. 16 und 17 DSGVO). Mehr dazu: Schufa-Eintrag löschen.
- Widerspruch: In besonderen Situationen können Sie der Speicherung widersprechen (Art. 21 DSGVO).
- Beschwerde: Kostenlos bei der Ombudsfrau der Schufa oder beim Hessischen Datenschutzbeauftragten.
Testen Sie Ihr Wissen
Richtig oder falsch?
Fünf Aussagen, die man oft hört. Was stimmt?
1Die Schufa ist eine Behörde.
Die SCHUFA Holding AG ist ein privates Unternehmen mit Sitz in Wiesbaden.
2Die Schufa kennt mein Einkommen.
Einkommen, Vermögen und Arbeitgeber speichert die Schufa nicht. Wenn eine Bank danach fragt, kommt die Angabe von Ihnen.
3Schon ein Girokonto führt zu einem Eintrag bei der Schufa.
Die Bank meldet, dass Sie ein Konto haben. Das ist ein positiver Eintrag.
4Die meisten Menschen haben bei der Schufa negative Einträge.
Zu mehr als 90 % der Personen hat die Schufa nur positive Angaben gespeichert.
5Ich kann meine Schufa-Daten kostenlos einsehen.
Mit der Datenkopie nach Art. 15 DSGVO oder im kostenlosen Schufa-Account.
Häufige Fragen zur Schufa
Ist die Schufa eine Behörde?
Nein. Die SCHUFA Holding AG ist ein privates Unternehmen. Sie verdient Geld damit, dass Unternehmen bei ihr Auskünfte einholen.
Hat jeder einen Schufa-Eintrag?
Fast jeder Erwachsene mit Girokonto ist bei der Schufa gespeichert, denn schon die Kontoeröffnung wird gemeldet. Ein Eintrag ist also normal. Problematisch sind nur negative Einträge: Negativer Schufa-Eintrag.
Wer darf meine Schufa abfragen?
Nur Vertragspartner der Schufa, und nur wenn sie ein berechtigtes Interesse haben, etwa weil Sie einen Vertrag mit ihnen schließen wollen. Wer abgefragt hat, sehen Sie in Ihrer Datenkopie.
Wie erfahre ich, was über mich gespeichert ist?
Mit der kostenlosen Datenkopie oder im kostenlosen Schufa-Account. Beides beantragen Sie auf meineschufa.de.
Was passiert, wenn man in der Schufa ist?
Nichts Schlimmes. Fast jeder Erwachsene ist gespeichert, und bei mehr als 90 % stehen nur positive Angaben. Schwierig wird es erst mit negativen Einträgen wie unbezahlten Forderungen.
Wie kommt man aus der Schufa raus?
Ganz gar nicht, solange Sie ein Konto haben, denn Konten werden gemeldet. Einträge werden aber nach festen Fristen automatisch gelöscht, bezahlte Zahlungsstörungen in der Regel drei Jahre nach der Zahlung. Falsche Einträge muss die Schufa sofort löschen: Schufa-Eintrag löschen.
Warum gibt es die Schufa?
Unternehmen wollen vor einem Vertrag wissen, ob Sie Ihre Rechnungen bezahlen. Die Schufa sammelt dafür Angaben zu Konten, Krediten und Zahlungsausfällen und gibt sie an Vertragspartner mit berechtigtem Interesse weiter.
Quellen
- SCHUFA Holding AG: „So funktioniert die SCHUFA“ (Zahlen zu Personen, Unternehmen, Vertragspartnern)
- SCHUFA Holding AG: „Ihre Daten bei der SCHUFA“ (gespeicherte Datenarten)
- sparkasse.de: Schufa-FAQ, Stand 02.04.2026 (was nicht gespeichert wird)
- Verbraucherzentrale: „Was tun bei einem Schufa-Eintrag?“, Stand 16.03.2026
- Art. 15, 16, 17, 21 DSGVO
ScoreRatgeber ist unabhängig und hat keine Verbindung zur SCHUFA Holding AG. Keine Rechts- oder Finanzberatung.